Jeder Schritt ist von
Bedeutung, wenn die Richtung stimmt
Erich Fromm
Ohne USM hängt der Klimagipfel in der Luft
Auf der Frontseite der DIE ZEIT vom 3. Dezember hält Bernd Ulrich fest:
„Wir wissen, dass wir die Erde retten müssen – und auch, wie. Warum tun wir es
denn nicht?“ Mir scheint, die Antwort liege auf der Hand: Wir tun es nicht, weil
wir nicht dazu genötigt, geschweige denn gezwungen werden können. Machen wir uns
nichts vor und seien wir nicht hochmütig! Was wären wir Menschen ohne Erziehung
und Gesetz, Polizei und Justiz? Verhalten sich nicht wenigstens die meisten
Menschen nur deshalb einigermassen gut, weil sie dazu gezwungen werden, sich
nicht schlecht zu verhalten? Wer möchte schon mit der Staatsgewalt in Konflikt
treten?
So lange die Erde nicht bevölkert war, konnten die sogenannten Friedenszeiten
zwischen den Staaten längere Zeit dauern. Im Grunde waren es nur
Waffenstillstände auf Zeit und Abruf. Bis zur Erfindung der Atombombe stellten
sie das Überleben der ganzen Menschheit nicht in Frage. Seit Hiroshima ist alles
anders geworden. Die Menschheit sitzt praktisch auf einem Pulverfass: nicht nur
wegen der Nuklearwaffen im Besitz von heute 8 souveränen Einzelstaaten, nicht
nur wegen der fortschreitenden Erderwärmung, des vermehrten Hungers in der 3.
Welt, des unkontrollierbaren Weltterrorismus und der durch die Einzelstaaten
kaum mehr zu überwindenden Finanz- und Wirtschaftskrise.
A l l e Staaten verhalten sich so gut, wie sie daran gehindert werden k ö n n t
e n, sich nicht schlecht zu verhalten. Doch die 1948 zur Sicherung des
Weltfriedens gegründete UNO ist ohne eigene Sanktionsbefugnis lediglich ein
loser Staatenbund und deshalb von sich aus ohnmächtig, ihre grosse Aufgabe – den
Weltfrieden sicherzustellen – erfüllen zu können. Der Einsatz von Blauhelmen
liess schlecht und recht Krisenherde überwinden, und der Sicherheitsrat hat 61
Jahre lang den Ausbruch eines dritten Weltkrieges verhütet. Der amerikanische
Präsident G.W. Bush hat dann aber ohne Zustimmung des Sicherheitsrates den
Afghanistan- und Irakkrieg heraufbeschworen.
Was unsere Vorfahren vor tausenden Jahren nach hunderttausenden der Willkür der
eigenmächtigen Individuen und Gruppen mit der Staatsgründung im K l e i n e n
Rahmen geschaffen haben, müssen wir in der jetzt allseits durch Weltwirtschaft,
Welttourismus und Weltkommunikation vernetzten Welt im g r o s s e n Rahmen
durchsetzen. Ohne den Sprung vom losen Staatenbund der UNO zum Weltbundesstaat
der USM (United States of Mankind) hat die Menschheit auf die Dauer keine
Überlebenschance. Die Weltprobleme sind global geworden und können nur noch
global gelöst werden, nicht mehr – wie bisher – durch die Einzelstaaten und
Grossmächte und deren zerbrechlichen Bündnisse.
Victor J. Willi, Rom Disentis
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