Wer gut leben will, muss gerecht sein.
Es ist die Gerechtigkeit, die uns alle zu einem glücklichen Leben verhilft
Platon


Die Bescheidenheit ist die Tugend der Tugenden, ohne die keine andere Tugend etwas wert sein kann und das friedliche Zusammenleben der Völker nicht sicherzustellen vermag
Albino Luciani/Johannes Paul I.



Sokrates befragt das Bankgeheimnis

Der griechische Philosoph Sokrates (469 – 399 v.Chr.) hat kein einziges Buch veröffentlicht. Platon (428 – 348 v.Chr.) und die Memorabilos des Xenophon retteten seine Gedanken vor der Vergesslichkeit der Geschichte. Der nach ihm benannten Methode der Rhetorik zufolge gelangt man durch fortgesetztes Fragen zum Urgrund des Geschehens. Welches ist das Schicksal des Bankgeheimnisses? Wovon hängt es ab? Kann das seit 400 Jahren anerkannte (Völker-)Recht der nationalen Souveränität länger fortbestehen oder muss es durch ein Weltrecht ersetzt werden, das einzig eine einigermassen gerechte Friedensordnung sicherstellen kann? Mehr als die seit Menschengedenken bestehenden Waffenstillstände herzustellen vermag?

Der unumgängliche Sprung vom losen Staatenbund der UNO zum Weltbundesstaat der USM (United States of mankind)

Im Namen der nationalen Souveränitätsansprüche fordert beispielsweise Deutschland die seinem Fiskus entzogenen und in die Schweiz geflüchteten Gelder seiner Bürger zurück. Wie verhält es sich nun aber, wenn anstelle der bis jetzt gültigen grundsätzlichen Anerkennung der nationalen Souveränität sich im Interesse der Menschheit ein Weltrecht mit einer Weltkonföderation gleichberechtigter Staaten durchsetzt? Derart der Sprung vom jetzt bestehenden losen Staatenbund der UNO zu einem Bundesstaat glückt. So wie in der Vorzeit nach hundertausenden Jahren ungeschorenen eigenmächtigen Verhaltens einzelner Individuen und Clans der Staat im Interesse der Mehrheit nicht derart von der Natur oder der Intelligenz bevorzugter Einzelner gegründet wurde und mit Erziehung, Polizei und Justiz den Fortbestand der Menschheit sicherzustellen vermochte.

Sitzen wir mit souveränen Staaten im Besitz der Atombombe, mit unaufhaltsamer Erderwärmung, fortschreitendem Hunger in der 3. Welt, dem Weltterrorismus und der kaum für die ganze Menschheit zu überwindenden Finanz- und Wirtschaftskrise nicht auf einem Pulverfass, so lange am Grundsatz der einzelstaatlichen Souveränität festgehalten wird? Die Vorteile einer Abtretung zugunsten des Weltrechts nicht anerkannt werden? Der status quo der sich rasant entwickelnden, luxusverwöhnten Ersten Welt – ein Fünftel der 5 Milliarden Menschen – erhalten bleibt? Zum Nachteil der vier Milliarden Menschen in den benachteiligten Ländern und ganzer Erdteile – mit Ausnahme ihrer am Wachstum der Wirtschaft beteiligten Oberschicht?


„Die schlechte Wahl ist immer das Ergebnis eines Nichtwissens“

Nach Sokrates wählen viele Menschen statt eines kleinen Gutes ein grosses Übel und lassen sich durch die Entwicklungen des Scheins irreführen. Die schlechte Wahl ist aber immer das Ergebnis eines Nichtwissens... Wer von der Lust überwältigt wird, zeigt eine Schwäche des Willens. Nicht alle setzen das Gute mit dem Lustvollen gleich. Die Tugend als sittliche Tüchtigkeit hängt immer von unserer Einsicht in das Gute ab. Es ist immer falsch, einen Mitmenschen zu schädigen, folglich darf ein Unrecht nicht mit einem Unrecht vergolten werden. Vereinbarungen gelten nur dann, wenn sie gerecht sind. Die höchste Tugend ist die Genügsamkeit... Nur wer sich selbst beherrschen kann und die richtigen Einsichten in die Dinge hat, soll im Staat die Herrschaft ausüben. In der Politik reden zu viele mit, die diese Bedingungen nicht erfüllen.“

Die Frage stellt sich: Hätte die Menschheit diese von den Grazer Professoren im Buch „Die wichtigsten Philosophen“ (Marix Verlag Wiesbaden, 3. Auflage 2009) festgehaltenen Ideen von Sokrates berücksichtigt, wären wir dann nicht schon längst im Besitz einer Weltkonföderation mit Sanktionsbefugnissen in allen Bereichen, die das Überleben der Menschheit in atomarer, ökologischer, ökonomischer, terroristischer und finanzieller Hinsicht betreffen? Wie lange noch kann der loste Staatenbund der UNO den dritten Weltkrieg verhüten? Braucht es zur Überwindung all dieser lauernden Gefahren nicht eine Überinstanz, die einzig den von allen ersehnten Weltfrieden (mehr als die bisherige Abfolge von Waffenstillständen) herzustellen und abzusichern vermag?
 

Victor J. Willi, Rom Disentis

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